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Kollektive Intelligenz – „Den Kontrollverlust wagen…“

Autor: Steffanie Hornstein
Datum: 08.09.2011

„Den Kontrollverlust wagen“ – das ist eine der Kernerfahrungen und die Empfehlung erfolgreicher Social Media-Anwender. Was damit gemeint ist und welche Auswirkungen „kollektive Intelligenz“ unter Mitwirkung von Social Media/Web 2.0 auf Innovationsprozesse in Unternehmen hat, fasst dieser Beitrag zusammen. Die Inhalte sind den ersten Erkenntnissen der Literaturanalyse und der qualitativen Vorstudie eines interessanten Forschungsprojektes entnommen, das die “Kollektive Intelligenz im Innovationsprozess” herausstellen soll.

Das Projekt steht unter der Leitung von Christoph Thome, MBA, B.A., Projektleiter am Kompetenzzentrum Innovation und marktorientierte Unternehmensführung der FH Ludwigshafen und Markus Becker, B.A., Masterand an der FH Ludwigshafen zum Thema Nutzungsmöglichkeiten kollektiver Intelligenz im Innovationsprozess. Zentrale Zielsetzung des Forschungsprojektes ist die Entwicklung eines ganzheitlichen Handlungskonzeptes zur Steigerung der Innovationsfähigkeit von KMU in Rheinland-Pfalz. Das Vorhaben wird mit Mitteln des Landes Rheinland-Pfalz und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Wie entsteht kollektive Intelligenz?

Die herausragende Bedeutung neuer Produkte, Dienstleistungen oder Prozesse für das Bestehen im Wettbewerb ist unbestritten. Innovationsprozesse sind umso erfolgreicher – das zeigt die Theorie und Praxis – wenn, besonders in frühen Phasen, die Informationsverarbeitung und Entscheidung von Vielen erfolgt, d.h. durch Web 2.0 bzw. Social-Media Instrumente unterstützt wird und durch diese Vernetzung ein ganz neuer Raum an Produktivität, Interaktion und Miteinander entsteht. Das Schlagwort zu diesem Phänomen ist: kollektive Intelligenz. Übertragen auf die Tierwelt lässt sich dieser Begriff auch mit „Schwarmintelligenz“ beschreiben. Schwarmintelligenz besitzt eine wesentliche Eigenschaft: die rasche Weitergabe von Informationen und das kollektive Lösen von schwierigen Herausforderungen.

Unter dem Terminus “kollektive Intelligenz” kann daher prinzipiell die Fähigkeit einer Gruppe verstanden werden, ein Ergebnis zu erreichen, dass besser ist im Vergleich zu dem, was eine einzelne Person jemals erreichen könnte. Die Merkmale der kollektiven Intelligenz sind dabei der individuelle Informationserwerb und –verarbeitung sowie deren Kombination durch bestimmte, einzigartige soziale Interaktionen und Gruppenprozesse.

Auswirkungen auf Unternehmen: schnelles time-to-market als Erfolgschance

Experten und Unternehmen, die noch vor einigen Jahren flexible Netzwerkstrukturen scharf kritisierten und für kaum umsetzbar hielten, sehen sich heute einem kulturellen Wandel gegenüber. Freie Zusammenarbeit in Teams, weitgehend ohne Organisation oder einschränkende Vorschriften, prägen diesen Wandel. Die Erfahrungen erfolgreicher Social Media Anwender zeigen, dass zur Unterstützung erfolgreicher Innovationsprozesse der „Kontrollverlust“ angesagt ist.

Einer der gesellschaftpolitische und wirtschaftliche Diskussionen prägenden Begriffe in den letzten Jahren ist „Innovation“. Gerade auch kleine und mittlere Unternehmen sind gezwungen innovativ zu sein, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Mit nur begrenzt verfügbaren Ressourcen erfährt das Innovationsmanagement gerade in KMU durch das Web 2.0, durch die kollektive Intelligenz und durch Begriffe wie Open Innovation und Crowdsourcing eine Revitalisierung. Obwohl Social Media bereits in vielen Unternehmen eingesetzt wird und deren Relevanz für die strategische Ausrichtung des Unternehmens erkannt wird, mangelt es noch an theoretischem Wissen und Praxiserfahrung.

Die qualitative Vorstudie des Projektes umfasste persönliche Interviews mit Successful-Practice Unternehmen.

Auszug aus diesen Erkenntnissen, die als Grundlage für den weiteren Forschungsverlauf verwendet werden:

  • Open Innovation gewinnt an Bedeutung und wird als geeignetes Konzept für KMU eingeschätzt, um Ideen strukturiert aufzugreifen
  • Erfolgschancen werden einheitlich in einem verkürzten time-to-market gesehen und einem strukturierten Zugang zu innovationsspezifischen Informationen in einer zunehmend reizüberfluteten Unternehmensumwelt.
  • Insbesondere bei Großunternehmen sind professionelle Web 2.0 und Social-Media-Strukturen vorzufinden. Allerdings sind Unternehmen hier ebenso mit einer „zunehmenden Dschungelsituation“ konfrontiert: Einer unüberschaubaren Anzahl an Web 2.0 Instrumenten steht keine konkrete Strategie gegenüber.
  • KMU´s öffnen sich für Social Media und implementieren Social-Media-Ansätze.
  • Intern sind die meist verwendeten Instrumente im Web 2.0 Wikis, Blogs, Foren, und interne Xings (Kompetenzseiten) sowie Podcasts. Die externen Tools werden von Facebook und Twitter angeführt.
  • Unternehmen treffen die Kernaussage, dass zwischen internem und externen Instrumenteneinsatz unterschieden werden und dieser sich an den Anforderungen im Unternehmensprozess orientieren sollte.
  • Für erfolgreiche Social Media Konzepte ist die Rückendeckung der Geschäftsleitung unabdingbar – den Handlungsrahmen dafür bilden Social Media Konzepte.
  • Um Vertrauen und Akzeptanz für Social Media Konzepte aufzubauen, bedarf es sowohl in technisch wie fachlicher Hinsicht Social Media Experten, die zugleich als „Paten“ eines Projektes Verantwortung zeigen.
  • Social Media sollte in KMU´s mit Bedacht eingesetzt werden, d.h. sich an den Rahmenbedingungen des Unternehmens orientieren.

Abbildung: Vorläufige Überlegungen zum Forschungsthema

Den vollständigen Text zu diesem Forschungsprojekt lesen Sie in dem hier verlinkten Originaltext Kollektive Intelligenz im Innovationsprozess, von Christoph Thome und Markus Becker.

Für Networking und Kooperationen im Rahmen des Projektes stehen die Autoren gerne zur Verfügung:

Christoph Thome, MBA, B.A. (Hons), Projektleiter am Kompetenzzentrum Innovation und marktorientierte Unternehmensführung der FH Ludwigshafen I Tel.: 0621/5203-121 I Mail: christoph.thome@fh-ludwigshafen.de

Markus Becker, B.A., Masterand an der FH Ludwigshafen zum Thema Nutzungsmöglichkeiten kollektiver Intelligenz im Innovationsprozess sowie Stipendiant der Stiftung Industrieforschung I Tel.: 0177/5869581 I Mail: markusbecker@gmx.info

 

 

 

 

 

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